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Fassade in Sachsen
Das Rheinische Schiefergebirge reicht in Deutschland über die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland und weiter bis nach Luxemburg, Belgien und den Osten von Frankreich.
Schiefer spielt im Hunsrück traditionell eine grosse Rolle. Als einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Region Hunsrück verlagerte sich der Schwerpunkt im Laufe der Jahrzehnte vom Bereich der Urproduktion zu Handel und Verarbeitung. Die Förderung des Rohmaterials spielt heute eine untergeordnete Rolle, wenngleich es noch aktive Abbaugebiete gibt. Die faszinierende Landschaft dieses Mittelgebirges wurde in weiten Teilen massgeblich geprägt durch die Aktivitäten des Schieferbergbaus. Abraumhalden aus Generationen bieten dem Besucher der Region Hunsrück Gelegenheit, in der Vergangenheit zu stöbern. Nicht selten sind selbst in diesen für unbrauchbar befundenen Resten eines ganzen Industriezweiges interessante Entdeckungen zu machen. Mit etwas Glück finden sich nicht nur urzeitliche Einschlüsse in fossiler Form, auch ungewöhnliche Quarze treten beim weiteren Aufspalten der Reststücke zum Vorschein. Hier gibt es Natur zum Anfassen, ein Blick zu Boden und Aufmerksamkeit am Wegesrand wird oftmals mit dem einen oder anderen schönen Fundstück belohnt. Grossflächig holt sich die Natur seit vielen Jahren diese Gebiete zurück, sodass der Sammler mancherorts schon genauer hinsehen muss. Einfacher geht es an ausgewiesenen Besucherbergwerken. Dort erfährt man dann auch gleich mehr über Geschichte und Entwicklung des Schieferbergbaus im Hunsrück. Besonders aufschlussreich ist hierfür der Besuch in der Besuchergrube Herrenberg bei Bundenbach im Hunsrück. Sie informiert nicht nur über den historischen Schieferbergbau, hier befindet sich auch ein Museum mit beeindruckenden Exponaten von im Schiefer eingeschlossenen fossilen Meerestieren. Eine Besonderheit im Sprachgebrauch findet sich im Hunsrück - Der Schiefer im Bergwerk, insbesondere der Dachschiefer wird als " Layen " bezeichnet, der Bergmann im Stollen ist ein " Layenbrecher " der sogenannte Schieferbrecher.


Schieferdeckung auf Kirchturm in Oberfranken

in Sachsen-Anhalt

Der Begriff Schiefer bezeichnet generell eine bestimmte Textur von Gesteinen, also eine geschichtete Form, deren besondere Eigenschaft in der Spaltbarkeit zwischen den einzelnen Schichten besteht. Durch Ablagerung entstanden einzelne Lagen aus Sedimenten, die sich im Laufe langer Zeiträume verfestigten und unter grossem Druck sowie durch weitere geologisch physikalische sowie chemische Bedingungen zu festen Platten wurden. So entstanden Massive mit einer vertikalen Abfolge unterschiedlicher Materialdichten. Auch finden sich innerhalb eines zunächst homogen erscheinenden Massivs in geschichteter Form unterschiedliche Zusammensetzungen, sodass die Bindung zwischen diesen jeweiligen Schichtungen unterschiedlich ausfallen. Viele dieser Schichtgesteine liegen in ihrer heutigen Erscheinungsform nicht horizontal. Dies rührt von geologischen Bewegungen her, also von Hebungen und Verformungen innerhalb der Gebirge, in denen heute diese Schiefervorkommen in aufrechter "schiefer" Position anzutreffen sind. Eine bedeutende und mit die bekannteste Schieferregion in Europa ist das Rheinische Schiefergebirge, ein Mittelgebirge in Deutschland, welches geographisch und geologisch als Einheit gesehen werden kann. Es umfasst Regionen in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und dem Saarland. Ebenso zählen Gebiete in den Nachbarländern Luxemburg, Frankreich und Belgien zu dieser geographisch-geologischen Formation. Linksrheinisch liegen die Schieferregionen der Ardennen, die Gebiete im Hohen Venn, in der Eifel und dem Hunsrück. Von hier stammen traditionell grosse Mengen Naturschiefer, der über Jahrhunderte hinweg in Schieferbergwerken abgebaut wurde. Naturschiefer war und ist regional ein wichtiges Wirtschaftsgut. Rechtsrheinisch sind es die Regionen des Bergischen Landes, des Sauerlandes und des Siegerlandes sowie Westerwald und Taunus, wo Naturschiefer-Vorkommen genutzt werden. So gesehen wird das Rheinische Schiefergebirge vom Rheintal etwa in der geographischen Hälfte durchschnitten. Der überwiegende Teil der Gesteine im Rheinischen Schiefergebirge sind geschieferte sandige Tonsteine, Sandsteine, Grauwacken und Quarzite, also keinesfalls die speziellen Sorten von Naturschiefer, wie sie als Baumaterial wie Dachschiefer Verwendung finden. Diese Schiefersorten sind nur in begrenzten Bereichen abbaubar, wie im Hunsrück, im Moselgebiet und in Teilen des Bergischen Landes oder im Siegerland. Auch in anderen Regionen Deutschlands und anderen Ländern Europas finden sich qualitativ hochwertige Schieferarten. So auch in Thüringen, wo sich der über 100 Hektar grosse Naturpark "Thüringer Schiefergebirge-Obere Saale" befindet. Er liegt im Südosten des Thüringer Waldes, wo von 1300 bis 1999 im Staatsbruch Lehesten Naturschiefer abgebaut und zu Dach- und Wandschiefer sowie zu Schiefertafeln verarbeitet wurde. Seit dem Jahr 2005 arbeiten verschiedene Touristikstellen an der Schaffung des Nationalen Geoparks im Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirge. In intensiver Zusammenarbeit der Verwaltung und des Vereins "Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale" und dem Naturpark "Frankenwald" auf Bayerischer Seite entstand so dieser touristisch interessante Geopark.
Naturschiefer ist als Baustoff in ganz Europa verbreitet. Dies liegt zum einen an den in fast allen europäischen Ländern vorhandenen Schiefervorkommen, aber auch daran, dass es in europäischen Ländern einen ausgeprägten Hang zu lange haltbaren Gebäuden gibt. Im Gegensatz zur Wohnkultur in vielen aussereuropäischen Ländern, werden hier Häuser zumeist auf Generationen geplant und gebaut. Traditionell bleibt man zumeist ansässig, wo man wohnt, und die Folgegenerationen hatten zumindest in der Vergangenheit eher die Neigung, "heimattreu" zu bleiben und übernahmen die Elternhäuser. Langlebige Baustoffe hatten so die besten Chancen. Aktuell schätzt man verstärkt die ökologischen Eigenschaften von Naturschiefer. Er ist in Gewinnung und Verarbeitung sehr umweltverträglich und ist in Hinsicht auf eine spätere Entsorgung unproblematisch. Entstehender Bauschutt kann ohne Risiken in die Natur zurückgegeben werden, und einer Renaturierung von Abraumhalden oder Deponien steht nichts im Wege. Je weiter der ökologische Gedanke in allen europäischen Ländern fussfasst, um so wichtiger werden Naturbaustoffe beim Neubau und bei der Renovierung. Bei der Sanierung alter Bausubstanz ist es überdies eine Stilfrage, welche Baustoffe verwendet werden. Naturschiefer gehört auch hier zur ersten Wahl.


Schiefer - Kirchturm Hunsrück

Bad Bergzabern - Rheinland-Pfalz

Annweiler - Rheinland-Pfalz

Sachsen

Fassadenverkleidung Schiefer - Sachsen-Anhalt

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