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Schiefer in Frankreich

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Schiefer Regionen - Schieferregionen Frankreich -


Schiefer wird in gesamt Frankreich oft und gerne als Baustoff verwendet. Regionale Unterschiede ergeben sich durch die Verteilung der natürlichen Vorkommen. In den traditionellen Abbaugebieten wird zur Dachdeckung fast ausschliesslich Schiefer verwendet. Diese Gewinnungsstätten verteilen sich landesweit. Zu den bedeutenden Schieferregionen Nordfrankreichs gehören die Gebiete der Ardennen, weiter westlich die Region um Mayenne und weite Teile der Bretagne. Ebenso finden sich genutzte Schiefervorkommen in den Savoier Alpen im Norden der Region Rhône-Alpes und in Corrèze im Limousin. In Südfrankreich findet sich Schiefer in den Departements Tarn und Hautes-Pyrénées.
Kein Europäisches Land verwendet so viel Schiefer wie Frankreich. "Viel" ist dabei allerdings nicht unbedingt gleichbedeutend mit "vielseitig". Die meisten Schieferdeckungen in Frankreich sind nicht unbedingt die Augenweide. Oft lieblos und sichtlich ohne erwähnenswerte Fachkenntnis wird hier munter drauf losgeplättelt, Hauptsache, das Dach wird irgendwie mehr oder weniger dicht.







Zahllose Schieferdächer sind dem Verfall preisgegeben, zeugen aber gleichzeitig von der Duldsamkeit dieses hochstabilen und dauerhaften Naturbaustoff gegenüber aller Vernachlässigung. Wartungsarbeiten werden oft selbst an leicht zugänglichen Stellen einfach unterlassen. Sollten dennoch Reparaturen durchgeführt worden sein, zeigen diese in vielen Fällen ein Höchstmass an Kreativität, verbunden mit offensichtlichem Mangel an Fachkenntnis. Sorglos werden Schiefersorten gemischt, zur Ausbesserung nimmt man, was der Baumarkt gerade aktuell hergibt, und die Verlegearten variieren im Laufe des langen Lebens eines Schieferdaches jeweils trendgerecht und folgen so dem Zeitgeist, dem der Sinn mal nach Rechteck und mal nach Diagonalen steht.
So wirkt manch ein französisches Schieferdach, als wolle es die verfügbaren Muster und Materialien eines ganzen Jahrhunderts in einer einzigen Fläche präsentieren. Vielleicht will es aber einfach auch nur in typisch französischem Alltagspragmatismus Wind und Wetter trotzen, ohne jeglichen Anspruch auf Perfektion und Stil. Vielleicht ist aber auch gerade das der besondere Stil. Wer in Frankreich die Vielfalt kunstvoller deutscher Deckungsarten sucht, wird eventuell in den Regionen Lothringens nahe der Luxemburger Grenze fündig. Selbst in den Hochburgen Französischen Schiefers um Angers im westfranzösischen Departement Maine-et-Loire beschränkt sich der Einfallsreichtum im wesentlichen auf drei Standarddeckungen : Rechtecke in horizontaler Anordnung, diagonal in Klammern gehängte Quadrate und natürlich alle Formen von Zufallsergebnissen, die sicher häufigste Verlegemethode ist... Es gibt aber auch wirklich schöne Beispiele, die beweisen, dass das französische Handwerk sehr wohl in der Lage ist, mit Naturschiefer Deckungen zu erstellen, die dieses Materials würdig sind.
Firstabschluss in Ziegel - eine preiswerte Lösung mit überschaubarem handwerklichen Anspruch Für den deutschen Betrachter mag diese Kombination auf den ersten Blick befremdlich wirken, aber es gibt Firstziegeln in vielerlei Ausführungen, auch in Schwarz und Grautönen.




Schieferregionen in Zentral-Frankreich Corrèze Die Schieferbrüche von Travassac-Donzenac im Département Corrèze liefern einen Naturschiefer mit Färbungen zwischen nachtblau und anthrazit. Der Schiefer dieser Gruben dient traditionell als Material für zahlreiche Bedachung im Unteren Limousin und wurde bereits zur gallo-romanischen Zeit verwendet. Schiefergewinnung und Schieferverarbeitung sind seit Jahrhunderten ein wichtiger Teil der heimischen Wirtschaft. Besuchern der Region bietet sich eine Tour durch die Schieferbrüche von Pans de Travassac an. Beeindruckend hohe Steilwände geben einen Eindruck der lokalen Schiefervorkommen. - - - Schieferregionen in der Bretagne Côtes d'Armor Maël-Carhaix, Plévin Finistère Châteaulin, Saint-Goazec Morbihan Gourin - - - Schieferregionen in Nordwest-Frankreich Maine et Loire und Mayenne Trélazé, Noyant-la-Gravoyère, La Pouëze Renazé Weltweit betrachtet ist Schiefer ein typisch Europäisches Produkt. Sowohl Förderung als auch Verarbeitung und Verwendung von Schiefer hat besonders in Europäischen Ländern Tradition. In Europäischen Ländern finden sich grosse Vorkommen von Schiefer. Daher entwickelte sich hier eine Produktion mit generationenalter Erfahrung. Eine zentrale Rolle in Bezug auf die Verwendung von Schiefer nimmt im Europäischen Vergleich Frankreich ein. Mit über 40 Prozent Anteil in der Schieferverwendung ist Frankreich Europäischer Spitzenreiter im Einsatz von Naturschiefer als Baumaterial, gefolgt von Deutschland und Spanien, wo sich dieser natürliche Baustoff seit Jahrhunderten bestens bewährt. Frankreich zählt neben einigen anderen Europäischen Ländern ebenfalls zu den Schieferproduzenten. In Frankreich werden erhebliche Mengen dieses Baumaterials in unterschiedlichen Qualitäten gefördert. Grössere Vorkommen von Schiefer finden sich in den Ardennen sowie bei Angres an der Loire und in der Region um Grenoble. Es findet sich eben geschichtetes Material sowie Schichtungen mit natürlicher Krümmung, welches sich zum Decken spezieller Formen wie Kuppeln eignet.
Schieferregion Ardennes Das Schiefermuseum von Rimogne bei Charleville-Mezieres informiert über den Schieferabbau am Rande der Ardennen. Ein weiteres Schiefermuseum findet sich in Fumay, einem attraktiven Ort an einer Schleife der Maas. Vom 12. bis ins 20.Jahrhundert sorgte hier der Schieferbergbau für einen Grossteil des Einkommens, und noch heute geben die markanten Schieferdächer dem Ort sein typisches Bild. Ein Rundwanderweg führt Besucher zu den ehemaligen Schieferbrüchen. Wo einst in Fumay der begehrte Schiefer unter Tage abgebaut wurde, erstreckt sich seit wenigen Jahren ein grosses Freizeitgelände. Grünlichgrauer Schiefer wird in den Gruben um Deville gewonnen. Die Gewinnung und Verarbeitung von Dachschiefer war lange Zeit ein wichtiger Wirtschaftszweig in den Ardennen. Sehenswert ist das Bergbaumuseum in Fumay. Das kleine Museum befindet sich im historischen Karmeliterkloster im dortigen Schieferkeller. Beeindruckend sind die grossflächigen Schieferplatten als Fussboden. Das Museum gedenkt der langjährigen Tradition des Schieferbergbaus in der der Region und stellt im Schieferkeller Werkzeuge der damaligen Schieferbrecher vor. In der Galerie des Klosters befinden sich zahlreiche Schaukästen und Informationen welche die Arbeit im Schieferbergbau veranschaulichen. Erwähnenswert ist die hier übliche englische Schieferdeckung als Deckungsform der Schieferdächer in dieser französischen Region. Diese Deckungsart setzte sich in der Region durch, da die verfügbaren Maschinen ( z.B. Fusshebelstanze, -Schere ), für den dafür notwendigen symmetrischen Schnitt, beim Zurichten der Schieferplatte am Besten geeignet waren.
Schieferförderung in den französischen Ardennen Um die Stadt Fumay nördlich von Sedan und Charleville-Mézières an einer Maas-Schleife in den Ardennen liegen die Schiefergebiete der französischen Region Champagne-Ardenne, nahe der belgischen Grenze. Fumay wurde durch den Dachschieferbergbau im 12. Jh bekannt und gilt seit dem als eines der wichtigen Schieferzentren Frankreichs. Doch auch hier wurde zu Anfang der 1970er Jahre der Betrieb in der letzten aktiven Schiefergrube aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Die Region des Dachschieferbergbaus umfasst die Orte Haybes, Fumay, Revin, Monthermé und Deville sowie das westlicher gelegene Rimogne. Die geförderten Buntschiefer an der Maas zeigen Färbungen von kräftigem rosa bis violett. Der graugrünlich und blauschwarze Schiefer der Region wurde bei Rimogne zutage gefördert. Die zahlreichen Schieferdächer zeugen noch heute von der grossen Zeit des Dachschieferbergbaus. Markant sind die glänzenden rosa Dächer aus Schiefer in Haybes. Die auffällige Färbung und die seidig glänzende feinkörnige Beschaffenheit machen Ardennenschiefer zu den hochwertigsten Dachschiefern in Frankreich. Durch gute Anbindungen an das Binnenkanalnetz fand der Ardenner Schiefer den Weg in alle Regionen Frankreichs, so auch nach Paris, wo man das Rathaus mit Naturschiefer aus den Ardennen deckte.


Schieferkuppel in der Bourgogne

mit Schiefer gedecktes Turmdach - Dordogne, Perigo

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