Informationen zu geschichtlich und touristisch interessanten Orten und Begebenheiten in Lothringen

 



Einige chronologische Daten zur frühen Geschichte von Lothringen

( aufgrund der stark verkürzten Selektion und der damit einhergehenden Unvollständigkeit, bitte nicht als Dokumentation verwenden )


Zur Übersicht Lothringer Geschichte ist zunächst der Rückblick auf Karl den Grossen sinnvoll.

Karl I. - auch genannt "der Grosse"
In Lateinischen Schriften als Carolus Magnus, im Französischen auch als Charlemagne benannt.
Geboren am 1. April 742 (lt. Überlieferungen im oberbayerischen Gauting, einer Stadt südwestlich von München), verstorben am 28. Januar 814 in Aachen.
Ab 768 König der Franken und ab Dezember 800 Kaiser.
Sein vollständiger Kaisertitel lautete : Carolus serenissimus augustus a Deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum imperium gubernans qui et per misericordiam dei rex Francorum atque Langobardorum - zu Deutsch könnte dies bedeuten : Karl, Allergnädigster, Erhabener, von Gott Gekrönter, grosser Friedensbringer, Römischer Herrscher, Lenker von Gottes Gnaden, König der Franken und Langobarden.
Sein besonders gutes Verhältnis zur Kirche Roms begründete bereits zuvor Karls Vater Pippin, der dieser durch seine "Pippinsche Schenkung" in der Urkunde zu Quierzy 754 äusserst nützlich gewesen war.
In Quierzy befand sich zur Zeit der Karolinger eine ihrer wichtigsten Residenzen im westlichen Frankenreich, die Königspfalz Quierzy, und hier wurden auch die Beschlüsse getroffen, die Grundlage zur Errichtung des Kirchenstaates waren.

Indem Karl diese Schenkung im Jahre 800 nochmals bestätigte, sicherte er das Weiterbestehen dieses besonderen Verhältnisses. So stand seiner Kaiserkrönung auch nichts mehr im Wege. Andererseits verfügte der Kirchenstaat mit Karl über eine veritable Schutzmacht, und Karl betrieb eine eifrige Christianisierung seines Machtbereiches.
Die Kaiserkrönung Karls des Grossen durch Papst Leo III. erfolgte am Weihnachtstag 800. Das Ereignis kann als Gründungszeitpunkt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gewertet werden.
( Die Gemeinde F-02300 Quierzy an der Oise zwischen Noyon und Chauny liegt im Département Aisne an der Grenze zum Département Oise in der Region Picardie )

Im Jahr 813 übergab Karl der Grosse seinem Sohn Ludwig dem Frommen die Krone. Es war zu dieser Zeit nicht unüblich, die Erbfolge bereits bei Zeiten zu regeln. Nach dem Tode Karls wurde das Reich unter seinen 3 Enkeln, den Söhnen Ludwigs aufgeteilt.

Ludwig I., auch genannt Ludwig der Fromme, im Französischen als Louis le Pieux benannt, wurde 778 in Chasseneuil bei Poitiers geboren. Er verstarb am 20. Juni 840 in Ingelheim am Rhein. Er war König des Fränkischen Reiches (in Aquitanien ab 781, und ab 814 im Gesamtreich) und Kaiser ab 813 bis 840). Im Zuge der Unstimmigkeiten mit seinen Söhnen war er zweimal vorübergehend abgesetzt worden. Nach seinem Tode erfolgte die grosse Neuaufteilung des Frankenreiches im Vertrag von Verdun im Jahr 843.

Ludwig der Deutsche erhielt den östlichen Teil des Reiches.

Karl der Kahle wurde Regent über den westlichen Teil.

Lothar I. erhielt das Mittelreich.

Damit war ein Bild Europas geschaffen, welches die Geschichte auf Jahrhunderte hinaus bestimmen sollte. Während Lothars Reich schrittweise aufgerieben wurde, schwand auch die Einheit zwischen Ost- und Westfranken zusehends.

Karl II. "der Kahle“ ( 823–877 ), König des westfränkischen Reiches, Kaiser
geboren am 13. Juni 823 in Frankfurt am Main, verstorben am 6. Oktober 877 in F-73500 Avrieux bei Modane im Departement Savoie, Region Rhône-Alpes

Ludwig "der Deutsche“ oder auch Ludwig II. ( 806–876 ), König des ostfränkischen Reiches
lateinisch Ludovicus II "Germanicus", geboren ca. 806, verstorben am 28. August 876 in Frankfurt am Main, war von 840 bis 876 König des Ostfrankenreiches

Lothar I. (795–855), Kaiser,
geboren 795, verstorben 29. September 855, Grablegung in der Abtei Prüm, war von 843 bis 855 König des fränkischen Lotharii Regnum, des sogenannten Mittelreiches.

Aufgrund schwerer Erkrankung teilte Lothar I. am 19. September 855 in der Teilung von Prüm sein Reich unter seinen Söhnen auf :

Ludwig II., geboren 875 erhielt die Kaiserwürde und Italien

Karl von der Provence, geboren um 845, verstorben 24. Januar 863, Kloster St-Pierre-les-Nonnains im heutigen Lyon.
Er erhielt die Provence und den zum Mittelreich gehörenden Teil des damaligen Burgunds ( was nicht der heutigen Bourgogne entspricht )
Nach seinem Tode wurde das Gebiet zwischen seinen Brüdern Lothar II. und Ludwig II. aufgeteilt.

Lothar II., geboren um 835, verstorben 8. August 869 bei Piacenza in der Italienischen Emilia-Romagna, erhielt den Nordteil des Reiches, fortan genannt Lotharingien

Der Vertrag von Verdun, am 10. August 843 zwischen den Söhnen Ludwigs des Frommen ( also den Enkeln Karls des Grossen).
Die Vorverhandlungen wurden vom 19. bis 24. Oktober 842 in der Kastorkirche ( Basilika St. Kastor ) in der heutigen Koblenzer Altstadt durch über 100 Gesandte geführt.

19. September 855 Teilung von Prüm, im Hofgut in D-54586 Schüller, Rheinland-Pfalz, einem kleinen Ort nahe der Gemeinde Obere Kyll in der Vulkaneifel.


Karl von der Provence verstarb 863 kinderlos, der nördliche Teil Burgunds fiel an das Ostfrankenreich Ludwigs des Deutschen, der südliche Teil Burgunds und die Provence ging an Ludwig II. und nach dessen Tod 875 weiter an das Westfrankenreich Karls des Kahlen.

Nach dem Tode Lothars II. 869 wurde das verbliebene Mittelreich 870 im Vertrag von Meerssen abermals neu verteilt. Der ostfränkische König Ludwig der Deutsche erhielt den Ostteil Lotharingiens, der westfränkische König Karl der Kahle den Westteil.

Vertrag von Ribemont - 880 zwischen dem ostfränkischen König Ludwig III. und den Enkeln Karls des Kahlen, Ludwig III. und Karlmann. Damit fiel auch der Westteil Lotharingiens an das Ostfrankenreich. Die Grenzziehungen hielten im wesentlichen bis zum Westfälischen Frieden 1648.
F-02240 Ribemont - im Département Aisne in der Region Picardie

Karl der Kahle, der seit 875 auch die Kaiserwürden trug, war über die Jahre stets bestrebt, sich das Gebiet Lotharingiens vollständig anzueignen. Dies misslang unter anderem wegen des Niederlage in der Schlacht bei Andernach 876, in der er von Ludwig III., dem Sohn Ludwigs des Deutschen, geschlagen wurde.
(D-56626 Andernach, Landkreis Mayen-Koblenz, Rhl-Pfalz)
In der Folge wurden die Söhne Ludwigs des Deutschen die Herrscher über den gesamten Westteil Lotharingiens. Die neue Lage wurde im Vertrag von Ribemont festgeschrieben.


Lothringen und seine Nachbarregionen
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Lothringen und Europa
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Die Oberstadt von Bar-le-Duc mit der Kirche Saint Etienne

die grossen Politiker in Frankreich und Deutschland
ab Mitte des 20. Jahrhunderts - Chronologie

die Region Saar-Lor-Lux

die Lothringischen Departements
Meurthe-et-Moselle, Meuse, Moselle und Vosges

Karl IV. Herzog von Lothringen und Bar

Karl V. bis Stanislaus I. Leszczynski

Einige chronologische Daten zur frühen
Geschichte von Lothringen

Von der Dynastie Habsburg-Lothringen
bis zu den Schüssen von Sarajevo

Jeanne d´Arc
jede Zeit braucht ihre Helden


Das Reich Lothars, Lotharii Regnum, erstreckte sich zu Mitte des 9. Jahrhunderts zunächst noch von den "Niederen Landen", den heutigen Niederlanden und Belgien über Burgund bis Rom. Es umfasste also Gebiete von der Nordsee bis ans Mittelmeer, von Friesland über die Region um Aachen, das Rheinland sowie Burgund. Im Süden gehörte die Provence sowie die Côte-d'Azur/Riviera mit Oberitalien und Gebieter der nördlichen Adria mit Istrien zum Reichsgebiet. Das so benannte Lotharingien entstand nach der Prümer Teilung 855 und zeigte sich schon erheblich kleiner. Das Gebiet von Lothar II. erstreckte sich noch zwischen Maas und Rhein, der Nordsee und Besançon im heutigen Département Doubs.
Im Vertrag von Mersen 870 fiel der reichere Osten mit Utrecht, Köln, Aachen und Strassburg an das Ostfrankenreich des Königs Ludwig des Deutschen und war fortan Eroberungsziel des westfränkische Königs Karl des Kahlen. In der Schlacht bei Andernach am 8. Oktober 876 wurde er aber militärisch von Ludwig III. geschlagen.
( Nach dem Tode von Karlmann, einem Bruder von Ludwig III. bekam dieser auch die Herrschaft über das Teilkönigreich Bayern. )
Ludwig III. , auch genannt "der Jüngere" , geboren um 835 , verstorben 20. Januar 882 in Frankfurt am Main.
Er wurde im Kloster Lorsch begraben - 64653 Lorsch, Kreis Bergstrasse - Kloster Lorsch gehört zu den wenigen vollständig erhaltenen Baudenkmalen aus der Zeit der Karolinger.
Ludwig III. hatte keine Erbfolge-berechtigten Nachkommen, daher ging sein Gebiet an seinen Bruder Karl III. ( später auch "der Dicke" genannt ).
Karl starb am 13. Januar 888 in 78166 Neudingen, einem Teil des Baden-Württembergischen Donaueschingen. Beigesetzt in der Abteikirche St. Maria und Markus auf der Bodensee-Insel Reichenau.

Das 10. und die darauffolgenden Jahrhunderte, nennen wir sie hier "die Zeit der Herzöge", führt selbst bei recherchefreudigen Interessierten zu einiger Verwirrung. All die Konradiner, Reginare, Wigeriche, Liudolphinger, Salier und Karolinger auseinanderzuhalten, wird besonders dadurch erschwert, dass Zählweisen für jeweilige Nachfolger verändert oder neu begonnen wurden. Daher empfehlen wir, eine genaue Spurensuche stets mit exakt der Person zu beginnen, für deren Geschichte man sich interessiert.
Einen Gesamtzusammenhang darstellen zu wollen, scheitert leider am begrenzten Umfang dieses Portals.

Hinweise auf geschichtliche Persönlichkeiten Lothringens :

Herzöge von Lothringen
Gebhard, Graf im Rheingau
Reginhar I.
Pfalzgraf Wigerich von Lothringen
Eberhard von Franken
Giselbert, Graf im Maasgau
Heinrich I. von Bayern
Heinrich, Sohn Giselberts, Mitherzog 940–944
Otto von Verdun, Graf von Verdun, Herzog von Lothringen zwischen 942 und 944
Konrad, der Rote, Graf in Franken, Herzog von Lothringen zwischen 945 und 953
Brun, Erzbischof von Köln, Herzog von Lothringen 953–965

Herzöge von Niederlothringen
Gottfried I. von Jülich
Karl, 978–991
Otto, 991–1012
Gottfried II., 1012–1023
Gotzelo I., 1023–1044
Friedrich II. von Luxemburg
Gottfried III., der Bärtige
Gottfried IV., der Bucklige
Konrad von Franken, Albert III. Graf von Namur
Gottfried V. von Bouillon
Heinrich I. von Limburg
Gottfried VI.
Walram von Limburg
Gottfried VII. von Löwen
Gottfried VIII. von Löwen
Heinrich I. von Brabant

Herzöge von Oberlothringen
Wigeriche aus dem Hause Bar und dem Hause Verdun

ab dem 15. Jh aus dem Hause Anjou
René I. - Johann II. - Nikolaus I.
Jolande und Friedrich II. von Vaudémont
weitere aus dem Hause Vaudémont
René II. - Anton II. - Franz I. - Karl III.
Christina von Dänemark
Nikolaus, Herzog von Mercoeur, 1552–1559
Heinrich II., 1608–1624
Nicole, 1624 bis 1625
Karl IV - mehrfach - s. Sonderteil

Karl V und weitere Nachfolger bis Stanislaus I







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