La Grande Guerre
der Erste Weltkrieg

Chronologie 1914
 














Europa - der Grosse Krieg

Welche historischen Abläufe tatsächlich die relevantesten für die Entwicklungen dieser Zeit waren, wird wohl immer Streitpunkt zwischen Historikern sein.
Vielleicht kann eine Chronologie verschiedener Ereignisse zu einem individuellen Gesamtbild beitragen. Daher haben wir unter weitgehender Auslassung von Interpretationen einige Daten zusammengestellt :
( wir möchten dabei ausdrücklich das Hinzuziehen weitere Quellen empfehlen, da bereits in der naturgemässen Unvollständigkeit solcher Aufstellungen der Eindruck einer, wenn auch ungewollten Wertung entstehen könnte )

Als Auslöser der Kriegshandlungen wird allgemein konsensual die Ermordung des österreichischen Thronfolgerpaares in Sarajevo durch Gavrilo Princip am 28.06.1914 angesehen.
Wenige Wochen später, am 23.07.1914, stellte Österreich ein Ultimatum an die serbische Regierung, in dem es auf die Bestrafung aller am Attentat beteiligten Personen bestand und zugleich die Unterlassung aller gegen Österreich gerichteten Aktivitäten forderte.

Am 25.07.1914 konnte sich Serbien nur zu einer ausweichenden Antwort entschliessen und verwies auf Völkerrecht und die eigene Verfassung, was keinesfalls den österreichischen Forderungen entsprach. Zugleich erfolgte die Mobilmachung der serbischen Armee.
Am 28.07.1914 brach Österreich die diplomatischen Beziehungen zu Serbien ab, veranlasste die Teilmobilmachung seiner Armee und erklärte Serbien den Krieg.

Daraufhin erfolgte am 29.07.1914 von russischer Seite zunächst die Teilmobilmachung gegen Österreich und tags darauf die allgemeine Mobilmachung.
Wiederum einen Tag später, am 31.07.1914 reagierte auch Österreich, nun mit einer allgemeinen Mobilmachung.

Schon hier zeigt sich die unglaubliche Dynamik, mit der die Schritte, einer Choreographie gleichend gesetzt werden konnten.
So verwundert es kaum, dass schon am Folgetag, dem 01.08.1914 Deutschland und Frankreich ihrerseits die allgemeine Mobilmachung anordneten. Sogleich erfolgte auch die Deutsche Kriegserklärung an Russland.

Auch im Westen folgten Schlag auf Schlag die Vorbereitungen des Unausweichlichen.
Am 02.08.1914 stellte Deutschland ein Ultimatum an Belgien und forderte darin den freien Durchzug deutscher Truppen.
Am 03.08.1914 erfolgte die Deutsche Kriegserklärung an Frankreich. Um über Belgien nach Frankreich zu gelangen musste nun schnellstens, und das war am 04.08.1914, auch Belgien der Krieg erklärt werden. Noch am selben Tag kam es zur Englischen Kriegserklärung an Deutschland. Das üble Vorgehen deutscher Soldaten in Belgien gilt in vielen Meinungen als der eigentliche Grund für die Kriegserklärung Englands.

Noch während des am 05.08.1914 begonnenen Deutschen Aufmarsches in Belgien fielen französische Truppen am 06.08.1914 im Oberelsass ein.
Am 08.08.1914 besetzten französische Truppen Mühlhausen. Auch weiter nördlich zeigte sich Frankreich schnell offensiv und drang, wie schon mehrmals in der Vergangenheit, am 14.08.1914 von Lothringen aus in Richtung Saar ein.

Während der Landung des britischen Expeditionsheeres in Frankreich wurde am 17.08.1914 die Deutsche Armee nach dem sogenannten "Schlieffen-Plan" gegen Frankreich in Stellung gebracht, und am 18.08.1914 begann die deutsche Offensive mit der 1. bis 5. Armee gegen Frankreich.
2 Tage später begann eine deutsche Gegenoffensive in Lothringen.
General Joseph Jacques C. Joffre, Oberbefehlshaber der hiesigen französischen Truppen, erteilte den Befehl zum Gegenangriff.
Gegen Ende August 1914 erstreckten sich die Grenzkämpfe auf eine Länge von ca. 250 Kilometern, während die deutschen Armeen ihren Vormarsch in Richtung Paris fortsetzten.

Am 01.09.1914 besetzten Deutsche Truppen Soissons.
Tags darauf, am 02.09.1914 verlegte die französische Regierung unter Ministerpräsident Poincaré ihren Sitz von Paris an den Atlantik nach Bordeaux.
Deutsche Armeen überschritten östlich von Paris die Marne.

Grossbritannien, Frankreich und Russland schlossen am 05.09.1914 im "Londoner Abkommen" einen Separatfrieden aus. In wie weit man darin die Grundlage für die weiteren Geschehnisse sehen kann, ist umstritten. Es war zu dieser Zeit kaum das Umfeld für diplomatische Lösungen gegeben.
Europa war schon viel zu lange ein Pulverfass, das auf die Lunte gewartet hatte.

Die Tripelentente festigte sich zu einem förmlichen Bündnis durch den Londoner Vertrag am 5. 9. 1914. Mit dem enthaltenen Verbot eines Separatfriedens, wie es auch der Zweibund zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn vorgesehen hatte, war eine schnelle Beendigung von militärischen Auseinandersetzungen kaum noch möglich. Was zu Friedenszeiten als Gleichgewicht der Abschreckung einen Krieg verhindern kann, wird im Kriegsfalle schnell zum Brandbeschleuniger.

Der Zweibund war bereits im Oktober 1879 geschlossen worden und beinhaltete das Beistandsversprechen im Falle eines Angriffs durch Russland bzw. durch von Russland unterstützte Staaten. Der Zweibund ging in seinem Ursprung auf Bismarck zurück, der damit einer nach seiner Ansicht allzu russlandfreundlichen Position von Kaiser Wilhelm I. entgegenzuwirken versuchte.
Ähnliche, zugleich aber erweiterte Ziele verfolgte der wenige Jahre später geschlossene Dreibund. Er war ein Defensivbündnis zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und dem Königreich Italien vom 20. Mai 1882. Am 30. Oktober 1883 trat auch Rumänien dem Dreibund bei.

Die Gier nach einer militärisch herbeizuführenden Neuordnung Europas war in den führenden Kreisen zunächst weit stärker vertreten als in der breiten Bevölkerung.
Um ein vermeintliches Massenstreben nach Waffengängen zu begründen, bedient man sich gerne des Verweises auf das sogenannte "Augusterlebnis".
Dieses Augusterlebnis steht für die massenhaften Begeisterungsausbrüche zu Kriegsbeginn. Dokumentiert ist der grosse Applaus und Jubel der Anwesenden bei der Rede von Kaiser Wilhelm II. in Berlin zur allgemeinen Mobilmachung am 01.08.1914. Dabei ist zu bedenken, dass zu der Zeit jeder Monarch, in welchem Land auch immer, die Wetterprognosen hätte vorlesen können, um den Applaus der Massen auszulösen.
Die Bezeichnung selbst hat schon wenig volkstümliches, die Wortschöpfung zeigt in ihrer Verklärbarkeit eher intellektuellen Ursprung und ging von Kreisen aus, die schon einen "Geist von 1914" beschworen und im Krieg den "Vater aller Dinge" sahen.
Betreffend der übrigen Bevölkerungsschichten finden sich wenig profane Zeugnisse einer Zustimmung zum Krieg. In den sogenannten einfachen Kreisen sah kaum jemand die Notwendigkeit oder gar die Verpflichtung aus eigenem Antrieb heraus, den Auseinandersetzungen von "denen da oben" eigenes Blut zu zollen.
Erst der ständige Verweis auf die Verantwortung des Deutschen Reichs, sich selbst zu verteidigen und die immer wiederkehrend propagierte Aussage, der Krieg sei rasch und ohne grosse Verluste zu gewinnen, gab dem Weg in den Krieg eine breitere Basis.
Ü berdies entsprach es der veröffentlichten Meinung, dass der Krieg ja bereits international beschlossene Sache war, und so müsse man diesen nun gemeinsam führen und rasch zu einem erfolgreichen Ende bringen.

Hatten noch bis Ende Juli 1914 vielerorts, und so auch in zahlreichen deutschen Städten Antikriegskundgebungen stattgefunden, so gelang es im August 1914, zumindest in der Aussenwirkung, eine offene Begeisterung für den Krieg zu entfachen. In wie weit dies als ein tatsächliches kollektives Kriegsverlangen gesehen werden sollte, ist sehr umstritten. Immerhin gab es bereits geeignete Propagandamedien, und kaum eine gedruckte Quelle aus dieser Zeit kann als verlässliches Zeugnis dienen. Die Presse war weder unparteilich noch frei. Dennoch leitet sich aus eben solchen Quellen der Begriff "Augusterlebnis" ab, der zumindest eine allgemeine Kriegsbegeisterung suggeriert.

In dieser Situation waren selbst die politischen Parteien keinesfalls einer Meinung. Man einigete sich dennoch auf eine Art Burgfrieden für die Dauer des kommenden Kriegs.
In der Reichstagssitzung vom 4.8.1914, als nahezu alle Abgeordneten die umstrittenen Kriegskredite bewilligten, waren zwei Enthaltungen bei der SPD noch der einzige offene Widerspruch. Dieser Zusammenhalt, von Wilhelm II. mit den Worten "Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur noch Deutsche" goutiert, hielt im wesentlichen bis 1918 an.
Nur einzelne Abgeordnete wie Karl Liebknecht bezogen gegen den neuen Kriegskredit bereits Anfang Dezember 1914 Stellung und warfen der SPD die Untreue zu den eigenen Parteizielen vor.

Auf französischer Seite entstand das Pendant in Form der "Union sacrée", einem soganannten "geheiligten Bund". Auch er beendete temporär die innenpolitischen Streitigkeiten mit dem Verweis auf die unausweichliche militärische Verteidigung der Nation.
Den Begriff Union Sacrée prägte der Staatspräsident Raymond Poincaré in seiner Ansprache vom 4. August 1914.
Zunächst nur mit militärischem Bezug erweiterte sich die Bedeutung dieses Bundes nach dem Eintritt sozialistischer Politiker in die bürgerliche Regierung von René Viviani ab Ende August um die allgemeine politische Komponente.
Von nun an wurde also auch zwischen den französischen Parteien auf Widerspruch weitgehend verzichtet.








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Einige chronologische Daten zur frühen
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Von der Dynastie Habsburg-Lothringen
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Jeanne d´Arc
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Die Vielzahl der heute verfügbaren Quellen und das breite Spektrum an Interpretationen zwingt zur Auswahl. Jede Sichtweise auf die Geschehnisse während, vor und auch nach der Zeit von 1914 bis 1918 kann nur als ein jeweils weiterer Beitrag gesehen werden, das eigene Verständnis zu entwickeln. In einer freien Gesellschaft, wie sie freier nie war, ist es zumindest noch heute jedem freigestellt, zu einer individuellen Sichtweise auf die Dinge zu kommen.
Wir als Redaktion möchten daher dringend bitten, die hier dargelegten Zusammenhänge als das zu verstehen, als was wir es gedacht haben:
Gedankenanstösse mit der Intention, zu weiterer Recherche anzuregen.
Nutzen Sie daher bitte eine möglichst grosse und breit gestreute Auswahl an Quellen, um zu einem schlüssigen Bild zu gelangen. Wir sind uns sicher, dass noch während Sie sich mit der Thematik befassen, ständig neue und teils ungeahnte Schlüsse Ihr Begleiter sind.





Der Weltkrieg von 1914 bis 1918 gilt als der erste totale Krieg in der Geschichte der Menschheit. Er bestimmte in seinem Verlauf, aber besonders in seinem Ausgang die Geschicke Europas in den darauf folgenden Jahrzehnten bis hinein in unsere heutige Zeit. So ermöglichten die Geschehnisse Wladimir Iljitsch Lenin den Weg zur Macht.
Ebenso schuf er, vor allem durch die politischen Entgleisungen von Versailles, die Grundlagen für den Aufstieg Adolf Hitlers im Kreise europäischer Diktatoren der nachfolgenden Zeit.

Auch nach 1918 befand sich Europa in einem Zustand, der für einen stabilen Frieden denkbar ungeeignet war. Dies sollte sich erst nach 1945 ändern.
Der Friedensvertrag von Versailles, in dem Deutschland mehr als ein Zehntel seiner Fläche verlor, und der zu enormen Reparationszahlungen verpflichtete, setzte zwar dem Grauen auf dem Schlachtfeldern ein Ende, war aber keinesfalls in Sicht auf eine neue Friedensordnung angelegt.

Die in weiten Bevölkerungskreisen empfundene "Schmach von Versailles" gab dem bis dahin weitgehend unbekannten Politlaien Hitler das Argument an die Hand, welches ihn zu ungeahnter "Popularität" bringen sollte.

Ein durch den vorangegangenen Krieg zutiefst gestörtes Moralempfinden und das auf vielen Seiten entstandene Bedürfnis nach Vergeltung, fortgeführter Satisfaktion oder auch Tendenzen zu sorgsam genährtem Revanchismus boten den Nährboden für einen europaweiten Faschismus, der sich nationalistisch und ideologisch mit Wahnvorstellungen eines Rassen- oder Klassenkampf verband und daraus seine Berechtigung herleitete.

Die Industrialisierung hatte in Europa in eine bis dahin ungewohnte Dynamik technischer Neuerungen gebracht. Mit den Möglichkeiten der maschinellen Massenproduktion von Konsumgütern war es auch möglich geworden, in kürzester Zeit militärische Aufrüstungspläne zu realisieren.
Damit konnte der Erste Weltkrieg als erster der Geschichte binnen weniger Jahre als totaler Krieg geführt werden, der das Mittel der sogenannten Materialschlachten gnadenlos einsetzte.
Die Eisenbahnen, einstmals gefeierte Symbole des Fortschritts, vermochten Millionen von Soldaten nebst Kriegsmaterial an die Fronten zu befördern, wo dann bis dato ungewohnte Mengen an Nachschub die Maschinerie am Laufen halten konnte.
Neue Distanzwaffen, automatisierte Schusswaffen von grosser Reichweite und grossflächig wirkende Offensivkampfmittel anonymisierten das Töten und machten es zu einem rein technischen Vorgang, bei dem man immer häufiger den Gegner nur noch als Planquadrat wahrnahm.
Schon der Dreissigjährige Krieg hatte zwischen 1618 und 1648 in einem, in weiten Teilen verwüsteten Mitteleuropa, eine auf Jahrhunderte traumatisierte Bevölkerung hinterlassen.
Im 19. Jahrhundert war das schon lange her, und die Folgen einzelner bewaffneter Auseinandersetzungen blieben stets überschaubar.
Die vergangen Jahrhunderte waren keinesfalls eine Zeit des Grossen Europäischen Friedens gewesen, aber ein Krieg von mächtigen Allianzen und nahezu unbegrenztem Rüstungsnachschub war Europa erspart geblieben.

Auch der Krieg von 1870-71 war im Grunde ein Französisch-Preussischer bzw. ein Französisch-Deutscher, wenn man den Norddeutschen Bund zusammen mit einigen Süddeutschen Staaten als ein gemeinsames Deutschland antizipiert, was es zu dieser Zeit aber noch nicht war.

Eine ganz neue Dimension erfuhr die Kriegsführung 1914.
Die Begriffe der "Knochenmühle von Verdun" oder der "Killing Fields von Flandern" verdeutlichen die bis dahin ungekannten Zahlen toter Soldaten.


Nachbau in einem Freilichtmuseum




Zu den massgeblichen Persönlichkeiten dieses Krieges zählte Erich von Falkenhayn

Am 11. September 1861 auf der Burg Belcha bei Graudenz in der heutigen Polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern als Sohn der Gutsbesitzers von Falkenhayn geboren, erhielt er seine Ausbildung im Kadettenkorps und wurde 1880 als Leutnant ins Oldenburgische Infanterie-Regiment 91 übernommen.
Ab 1893 war er Teil des Grossen Generalstabs.
1896 wurde er Instruktionsoffizier in Fernost.
1899, zurück in der preussischen Armee, wird er dem Generalstab des ostasiatischen Expeditionskorps mit Alfred Graf von Waldersee unterstellt.
bis 1913 war er Teil des Truppengeneralstabs.
Am 8. Juli1913 erfolgte seine Enennung zum preussischen Kriegsminister.
Ab dem 14. September 1914, nach der Marne-Schlacht, übernahm er als Nachfolger von Helmuth von Moltkes die Führung der militärischen Operationen im deutschen Feldheer. Moltkes offizielle Nachfolge trat er am 3. November an.
Im Januar 1915 trat Falkenhayn das Kriegsministerium ab und wurde General der Infanterie.
Am 21. Februar 1916 begann unter enormem Materialaufwand der deutsche Angriff auf die Festungsanlagen von Verdun.

Zahlreichen Quellen zufolge pflegte General Erich von Falkenhayn eine markante Vorliebe für drastische Bilder und Worte. Wohl gerne sprach er vom "Ausbluten" des Gegners, oder auch vom "Weissbluten". Aus heutiger Sicht ein zynisches und menschenverachtendes Vokabular. Aber auch er war ein "Kind seiner Zeit". Strategien, Schlachtrufe, ja selbst Nationalhymnen waren in dieser Zeit weit mehr als nur "markig".
Gegenüber einer Nationalhymne mit den Worten "Zu den Waffen, Bürger! Formt Eure Schlachtreihen, Marschieren wir, marschieren wir! Bis unreines Blut unserer Äcker Furchen tränkt!", passt der Text der Deutschen in jedes Kinderbuch. Da sind auch unerträgliche Worte aus dem Generalstab zumindest erklärbar. Schliesslich wurde in den Gräben gegenüber auch nicht die Friedensmarseillaise von 1892 gesungen.

Die Verbissenheit auf den Führungsebenen beider Seiten und die Unkenntnis über die jeweils tatsächliche Lage bei Akteuren in der Ersten Reihe liess nicht nur vor Verdun alle Menschlichkeit scheitern.
Schlachfelder in der Champagne und an der Somme zeigten vergleichbare Exzesse. Dennoch wurde gerade Verdun zum Symbol für die Brutalität des neuen mechanisierten Maschinenkrieges. Dies liegt sicherlich an der unvergleichlichen Anschaulichkeit, in der heute noch die Handlungsorte besichtigt werden können. Und die Nähe zur gemeinsamen Grenze zwischen Deutschland und Frankreich ermöglicht eine schnelle Erreichbarkeit von beiden Seiten. Der Ort zur vielleicht grössten Geste der Versöhnung durch den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl und den französische Staatspräsident François Mitterrand 1984 konnte kaum besser gewählt werden. Die absolut glaubwürdige und auch persönliche Freundschaft dieser beiden grossen Staatsmänner zeigte sich Hand in Hand auf den Gräbern von Verdun, wo bis zum Dezember 1916 mehr als 300.000 Franzosen und Deutsche ihr Leben liessen.



Denkmal in Chattancourt, wenige Minuten westlich von Charny und Bras-sur-Meuse
Von dort aus erreicht man die Gedenkstätte über die D38, der Weg ist ab Charny beschildert als "Mort-Homme"
Nahe des Terrains verläuft der Ruisseau de Chattancourt, ein kleiner Bach, der einige Kilometer weiter nordöstlich in die Maas mündet.





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