Touren und Sehenswürdigkeiten in den Französischen Regionen
reiseredaktion.eu




Tournus an der Saône
Die Abteikirche St. Philibert in Tournus, Burgund trägt ihren Namen nach dem heiligen Philibert, dessen Reliquien hier ihren Platz fanden. Er stammte aus der heutigen Vendée im Pays-de-la-Loire an der Atlantikküste, wo auch seine Gebeine in der Krypta ruhten, bevor Mönche sie im Jahre 875 nach Tournus in Sicherheit brachten.
Die Altstadt von Tournus liegt oberhalb des Ufers der Saône. Sie ist reich an Baudenkmälern und vermittelt in den schmalen Gassen, die sich am besten zu Fuss erkunden lassen, einen intensiven Eindruck. Zwischen den Hügeln des Mâconnais und dem Ufer der Saône entwickelte sich der Ort ab dem 9. Jahrhundert auf der Grundlage einer Abtei. Mag die Stadt auch schon bessere Zeiten gesehen haben, so vermittelt sie heute nicht gerade den strahlenden Glanz eines klerikalen Zentrums.
Aber gerade das macht wohl den besonderen Charme aus, und schliesslich sind Reisende in Frankreich daran gewöhnt, alte und verfallene Gemäuer als malerische und atmospärisch dichte Kulisse zu geniessen. Natürlich käme kein Besucher auf die Vokabel Gammel.
Praktische Parkplätze finden sich am Ufer, selbst für Wohnmobile oder Wohnwagen gross genug und idyllisch gelegen mit Blick über die Uferböschung und den Fluss Saône.
In wenigen Schritten erreicht man schon die ersten Gassen der Altstadt, die sich den Berg hinauf erstreckt und auch für Besucher mit weniger sportlicher Ambition gut zu erkunden ist. Zwischen der Kirche La Madeleine und der Abtei St. Philibert verläuft die Rue République, Fachwerkhäuser und herrschaftliche Gebäude geben einen Eindruck von früherem Glanz.
Touristisch weit attraktiver wirkt das Viertel um die alte Abtei, wo Licht und Weite wieder zunehmen und den Besucher zum Besuch in einem Café auf dem Platz einladen.
Die Kirche und einige zugehörige Abteigebäude, ein volkskundliches Musée Bourguignon, ansprechende Restaurants und ein insgesamt touristenfreundlicher Eindruck machen diesen alten Wallfahrtsort zu einem durchaus lohnenden Reiseziel auf dem Wege durch die Bourgogne
Die Abteikirche von Tournus gehört sicher zu den schönsten romanischen Kirchen des Burgund. Wie zu ihrer Entstehungszeit üblich, diente sie zeitweilig auch der Verteidigung. An der Fassade zeigt sich daher noch der ursprüngliche Charakter eines Verteidigungswerkes in auffälliger Robustheit. Der Bau entstand ab dem Ende des 10. Jahrhunderts.
Durch einen grosszügigen Vorbau zwischen Kirche und einem früheren Klosterraum gelangt man neben einem Café ins Hauptgebäude. Bereits hier zeigen sich Fresken aus dem 14. Jahrhundert.

Darüber liegt die Kapelle Saint-Michael mit dem Glockenturm.
Das frühromanische, eher schlichte Hauptschiff, getragen von Säulen aus Naturstein und grossflächigen Rundbogenfenstern im Seitenschiff wirkt hell und offen.


Besucher sollten den Blick in die Krypta nicht versäumen. Sie stammt aus dem 10. Jahrhundert und zeigt auf einem Rundgang mehrere Nischen mit Seitenkapellen, die durch Reihen schlanker Säulen vom Zentrum abgrenzen. Ein gut erhaltenes Fresko aus den 12. Jahrhundert zeigt die Darstellung von Maria mit dem Kind sowie den thronenden Christus. In diversen Nebengebäuden der Anlage sind regelmässige Ausstellungen untergebracht.



Der Bau mit seinen mächtigen romanischen Gewölben und den auffallend schlicht gehaltenen Säulen entstand zwischen dem 10. und der Mitte des 12. Jahrhunderts. Kirche und dreischiffige Krypta zeigen den Stil der karolingischen Bautradition mit Kapellen, Tonnengewölbe in der Wandelhalle und dem Zugang durch eine quer zum Eingang befindliche Vorhalle.

Abteikirche St. Philibert, Tournus, Burgund
Bekannt durch die Muttergottesstatue "Notre-Dame la Brune" aus Zedernholz. ( 1.Hälfte des 12.Jh. - ursprünglich schwarz, daher der Name )
In der Vorhalle befinden sich Fresken aus dem 14. Jh. Der Ort war bereits im 6.Jh. Wallfahrtsstätte.



875 Ansiedlung erster Mönche und Erweiterung einer bereits bestehenden Kirche
937 Zerstörung von Kirche und Kloster
ab 949 folgte ein Neubau
1007 grosser Brandschaden
um 1020 Beginn eines weiteren Neubaus
um 1040 Baubeginn des Langhauses
um 1070 entstand das Obergeschoss der Vorkirche
um 1100 Einsturz des Turms

Die Abtei von Tournus ist ein beeindruckendes Beispiel frühromanischer Baukunst im Mittelmeerraum. Die Fassade zeigt die typischen groben Bearbeitungsspuren, deren Uregelmässigkeit in dicke Mauerfugen übergeht. Der Gewölbeansatz wurde durch dicke helle Mauerriegel unterstützt, die vermutlich bereits aus anderen römischen Bauwerken stammten. Die wehrhaften und weitgehend schmucklosen Aussenwände strukturieren sich in der Fläche durch das Spiel von Licht und Schatten, hervorgerufen durch hervorstehende Vertikalbahnen, den sogenannten Lisenen. Diese haben sowohl optische als auch statische Funktion.


Blick in den Brunnenschacht unterhalb der Krypta
Von aussen lässt sich gut erkennen, dass der Glockenturm über dem Nordturm errichtet wurde. Diese Massnahme erfogte im 12. Jh. Da er über die Jahrhunderte unter starker substanzieller Zersetzung litt, wurde er in den 1980er Jahren restauriert.  
Der Steinbruch in Préty an der Saône lieferte die ursprünglichen rosafarbenen Steine, sodass er eigens für diese Materialbeschaffung reaktiviert werden musste. Der Schmuck des Glockenturms, die Säulen, Kapitelle, die kunstvoll und sorgfältig verkleideten Tragelemente ( Pilaster ) und Säulenstatuen zeigen den sich anbahnenden Übergang von der Romanik zur Gotik.

Bourgogne - Burgund
( im Jahr 2009 )
Die Region Bourgogne....

txt






txt

txt
Côte-d'Or :
Nièvre :
Saône-et-Loire :
Yonne :
"Voie Verte" - Radelparadies im südlichen Burgund
tour1 etc ( ...ist in Bearbeitung )
Tournus an der Saône
Altstadt und Abtei St. Philibert
 
 
 
 
 
 
 
 


zurück zu
reiseredaktion.eu