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Wein in der Dordogne

Dordogne - Weinregion im Aquitaine


Gastronomie in Frankreich - legendär oder nur noch Legende ?


Die Gastronomie in Frankreich gilt weithin als vorbildlich. Wenn man weiss, wo man hinzugehen hat, mag das zutreffen. Wer jedoch daraus folgert, er dürfe in Frankreich flächendeckend kulinarische Köstlichkeiten erwarten, legt den Grundstein für eine Serie herber Enttäuschungen.

Frankreich hat in weiten Teilen nur wenig mit einem Gourmet-Land zu tun. Dass allerorten ausnahmslos Köstlichkeiten geboten werden, gehört ins Reich der Mythen und Legenden. Wären da nicht die Regionen wie das Elsass, wo die gute und bodenständige Küche hochgehalten wird, oder Lothringen, wo Bäcker noch wissen, wie man auf handwerkliche Weise mehr als 3 Brotsorten ins Regal zaubert, wäre es um flächendeckende Qualität schlecht bestellt.


Ausnahmen in jeder Richtung finden sich überall. So sind nicht alle Betriebe in den besagten Regionen nur gut, und anderenorts sind sicher nicht alle nur schlecht. So pauschal beurteilt zu werden, hat natürlich niemand verdient. Aber für die Kategorisierung als kulinarische Hochburg darf bei der Wertung des Landes die Messlatte nicht zu hoch gelegt werden.
Die Gastronomie ist im wesentlichen das, was sie überall in Europa geworden ist.
Als Referenz gilt die masslos teure Spitzengastronomie, in der Qualitätsanspruch und Dekadenz oft erschreckend nah beieinanderliegen. Dagegen steht ein stark ausgedünntes Mittelfeld guter "Normalküche" in überwiegend altbackenem Ambiente. Gut vertreten sind die nicht allzu landestypischen aber dennoch ungebrochen beliebten Pizzabäcker, an jeder Ecke sowie die unvermeidlichen Fett- und Dönerbuden, an denen mehr oder minder gekonnt die üblichen Fritten dargeboten werden, die im übrigen immer besser werden, je mehr man sich in Richtung Nordost der Belgischen Grenze nähert.
Die Systemgastronomie hat sich trotz lang anhaltender Protestbemühungen einiger Weniger, die einen Alt-Gallischen Feldzug gegen die kulinarischen Invasoren ausriefen, allerorten breitgemacht.

Weinbau in Frankreich

Die Vielfalt der Französischen Weine bereichert das kulinarische Angebot und ist Grundlage zahlreicher Traditionsgerichte.


Die traditionelle Gastronomie hat für diese Ernährungsweise ebenso erfolgreich den Boden bereitet, wie es auch in anderen Ländern der Fall gewesen war. Vielleicht etwas später als im restlichen Europa, aber mindestens so erfolgreich, etablierten sich in den vergangenen Jahren die grossen Fastfoodketten und nahmen das Konsumverhalten unserer schnellebigen Welt auf, um die einzig passende Antwort zu geben - das Restaurant mit dem Grossen M.
Wer das bedauert, sollte seine eigenen Gewohnheiten kritisch betrachten und bedenken, dass Frankreich seit langem einen vorbildlichen Mindestlohn festgelegt hat, der es wirtschaftlich nicht gestattet, sich Personal zur Staffage einer netten Dorfgaststätte zu leisten, in der sich eine leicht überschaubare Zahl von Gästen stundenlang dem Verzehr einer Plat du Jour hingibt.
Auch in Frankreich wurden die privaten Küchen aufgerüstet, und so manche Familienfeier findet in häuslicher Umgebung statt. Die klassische Gastronomie als Mittelpunkt des Dorfgeschehens hat das Nachsehen, und übrig bleibt der Sektor der schnellen kleinen Mahlzeit zum klar erkennbaren Preis, und den kann und will die Traditionsküche nicht bedienen.
So hat auch in Frankreich die Realität des Marktes viele überraschte Gesichter gezaubert, bei den Kunden wie auch bei den Betreibern traditioneller Gaststätten.




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